Barba Nora & Gefolge

Wunderprediger & Reliquienhändler

Historie : Aus dem Leben einer Gauklertruppe

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Ganz privat ...

In Wirklichkeit, so sagt man, sei Barba Nora ja ganz anders ...

 

Peter Hofmann (*1959), seine Frau Gabriele (*1960, verst. 2017)  und Töchterchen Julia (*2000) betreiben das Mittelalter als Hobby schon sehr lange.

 

Ursprünglich begann das ganze 1984 (!) als Jongliergruppe Los Martinos in Germering, die sich zu der Mittelaltergruppe "Germars Gaukler" entwickelte.


Auf fast 300 Festen war diese Truppe in den folgenden 15 Jahren zu sehen, natürlich wechselten auch die Mitglieder vielfach. Große, abendfüllende Theaterprogramme wurden realisiert, die Truppe war die größte reisende Jongliertruppe Deutschlands! In Summe ihres 25-jährigen Bestehens hatte die Truppe fast 30 Mitglieder.

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Unter anderem verschiedene Fortbildungen (bei Regisseur Peter Spiel und Pantomime Stefan Cassani) gaben den Anstoß zur schauspielerischen Entwicklung der Gruppe und letztlich zur Figur des wortgewaltigen Barba Nora, begleitet von allerlei skurrilem Gefolge ...

Seit 2001 geht Barba Nora verstärkt neue - auch solistische - Wege.

Tochter Julia hat das Fieber auch gepackt - auf Märkten aufgewachsen liebt sie das Mittelalter bis heute, seit 2015 brilliert sie als Feuertänzerin und zähmt die lodernden Flammen!

Und so muss man um den Fortbestand der Figur Barba Nora keine Sorge haben.


Schreiben sie ihm doch

ihre Meinung:

peterhofmann@t-online.de

oder besuchen Sie

seine anderen Hobbys:

www.tropfstein.de

Unvergessen:

Gabriele Hofmann (verstorben 2017),

als Magd Gabriela über Jahrzehnte die Seele der Truppe.

 

1984-2019 - 35 Jahre - eine sehr private Geschichte

 

Unglaublich - sind tatsächlich 35 Jahre vergangen, seit einige Freunde aus der Pfarrei St. Martin in Germering bei München Gefallen gefunden haben, in ihrer Freizeit zu Jonglieren - und es dem staunenden Volke darzubieten?

 

Es muss wohl so lange her sein, am 10. Februar 1984 wurde der Grundstein für ein Gebäude gelegt, dessen Dimensionen wir noch nicht ahnten. Der Name war schnell gefunden, Los Martinos - schließlich war der Anlass der Faschingsball der Pfarrei St. Martin.

 

Die Leidenschaft für das Jonglieren war geweckt, die Gruppe blieb zusammen. Zunächst wurden eigene, abendfüllende Zirkusprogramme erarbeitet!  Echte Pionierarbeit war das, Jonglieren kannte noch niemand als Breitensport. Die ersten Keulen stammten aus Amerika und waren unglaublich teuer!

 

Ein Jonglierbuch, nach dem wir hätten lernen können, gab es nicht, also verfassten wir eines, es erschien im Hugendubel-Verlag 1989. Es machte uns sehr stolz!

 

Bald schon der Kontakt zum Mittelalter, mit dem Neuburger Schlossfest im Juni 1987, auf das wir eingeladen wurden. Die große Verwandlung zu Germars Gaukler begann.

 

Was folgte, ist in wenigen Sätzen kaum zu beschreiben. vom Erfolg waren wir selbst überrascht. In kürzester Zeit waren wir bekannt wie die sprichwörtlichen bunten Hunde. Von Fest zu Fest eilten wir, überall wurden wir eingeladen. Kein bekanntes Mittelalterfest in Bayern ohne Germars Gaukler, aber auch nach Wien, Venedig, Hamburg und an den Rhein zogen wir - die Unternehmungslust kannte keine Grenzen ...

 

Als wir 1994 das 10-jährige in der Stadthalle Germering groß feierten, waren wir sozusagen schon auf dem Höhepunkt des Bekanntheitsgrades.

 

Natürlich blieben Veränderungen nicht aus, die ersten Gründungsmitglieder schieden berufsbedingt aus, die Gruppe wurde sehr groß, Mitte der 90er folgte eine Art Teilung - dem Erfolg tat es keinen Abbruch. Neue Mitglieder brachten neue Ideen neue professionelle Ansätze - Seiltheater, Feuertheater ... vor nichts schreckten wir zurück.

 

Gerne erinnert man sich an Workshops mit Regisseur Peter Spiel oder Pantomime Stefan Cassani, sie lösten letztlich auch die zweite Verwandlung aus, weg vom Jonglieren hin zum Theater. Ich selbst fand meine neue Rolle als Wanderprediger Barba Nora auf diese Art. 

 

2002 wechselten nochmals zwei Mitglieder ins Lager der professionellen Mittelalterdarsteller - was gibt es für ein besseres Lob für eine Gruppe, die stets aus lauter Amateuren bestanden hat! Fortan gab es nur noch Barba Nora & Gefolge. Ein konsequenter Schritt, da ja 2000 auch Julia als "jüngster Zuwachs" in unser Leben getreten war.

 

Oder war ich müde geworden, 10 Leute an 30 Auftrittstagen im Jahr zu koordinieren, tausende Kilometer jährlich mit Anhänger durch die Lande zu fahren, wöchentlich zu proben, stets Neues zu entwickeln?

 

Rückblickend darf ich heute sagen, alle Mitglieder der Gruppe, ob sie kurz dabei waren oder lange, haben mein Leben bereichert. Ich durfte ein Hobby pflegen und mich dabei persönlich weiterentwickeln, dabei haben mir viele geholfen.

 

Peter Hofmann mag ruhiger geworden sein, die Figur Barba Nora nicht. Wortgewaltiger, boshafter und skurriler denn je tritt sie auf, keinem Streite aus dem Weg gehend.

 

Und wieder gehen die Jahre ins Land, aus dem Findelkind im Leiterwagen wurde eine junge Magd, keck und eigenwillig, aber sie findet bis heute Gefallen am unbeschwerten Leben des Fahrenden Volkes - unter dem Schutz von Mutter Kirche! Und immer wieder findet sich ein Novize, der Barba Nora nach Kräften unterstützt. 

 

Alle, die den Weg mit mir gegangen sind, haben mir dabei geholfen, allen gilt mein Dank: Den Mitgliedern, den Freunden auf Märkten, den Veranstaltern, die uns vertraut haben, dem Publikum, dessen Applaus uns ermutigt hat. 

 

Und es wird weitergehen! Danke!

 

Peter Hofmann

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Germars Gaukler - ein Nachruf

Haltet ein des Lärmens und Tosens,

kommet und schauet ...

So hallte es fast 20 Jahre über die Märkte.

Fast unglaublich, was diese reine Amateurgruppe für eine Wirkung erzielte - man kannte sie "überall". Mittelalter war ja in, begann zu boomen. Wie immer waren es einzelne, die durch Ihren Tatendrang die Sache vorwärts brachten. Vor allem Gründungsmitglied Rudi Baier durch sein schauspielerisches wie auch zeichnerisches Talent. Dazu der unermüdliche Thomas Erath, der Meisterjongleur Stefan Pöllmann, angefeuert durch Profi-Schlagzeuger Christopher Fellinger - zusammen die Gaukler - Urzelle. 

 

Andere kamen und gingen, schließlich auch die Urväter, aus beruflichen oder privaten Gründen, wie es ist im Leben.

Das Jahr 2000 war das Jahr der schöpferischen Pause für Barba Nora, ganz widmete er sich seinem Findelkind Julia - um danach zur Rolle Barba Nora zu finden, dazu passte dann ein neuer Name besser.

An die schönsten Momente sei noch einmal erinnert - und davon gab es viele:

Burgfest Marksburg am Rhein
Meistertrunk Rothenburg ob der Tauber
Abteifest Roggenburg
Auf Heller und Barde... Markt Arnstorf
Schloßfest Neuburg an der Donau
Trenk-Festspiele Waldmünchen
Klosterfest Otterberg bei Kaiserslautern
Rakoczy - Fest Bad Kissingen
Tilly-Fest Breitenbrunn
Burgfest Burg Botenlauben (mit Feuertheater)
Burgfest Treuchtlingen
Mittelaltermarkt Innsbruck
Gauklermarkt Germering
Burgfest Ronneburg bei Hanau
Stadtfest Miltenberg
Wallensteinfestspiele Altdorf
Stadtfest Oberwesel am Rhein
Stadtfest Gelnhausen
Eröffnung der Stadthalle Germering
Carneval Venedig
Historischer Markt Wien

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1998 Gruppe Juni  _K.JPG

Besetzung 1997: Marksburg am Rhein

1998: Gruppenfoto

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1998: Ronneburg bei Hanau

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Schelm Kunibart, der Liebling des Volkes

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Celina, 1996

Feuertheater auf Burg Botenlauben. Bad Kissingen (1996)

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Schelm Kunibart

zum Ausschneiden.

Spielpostkarte von

Carsten Abelbeck