Karstkunst

​Malen in Höhlen: Idee - Technik - Probleme - Erfolge :: eine Einführung ...

 

Die Idee, in Höhlen zu malen, entstand in der Folge der Jahrestagung des Arbeitskreises Höhle, Religion & Psyche 1997.
 

Das Thema Kunst und Höhle versuchten die Teilnehmer auch praktisch umzusetzen.

Die Erfahrungen waren sehr interessant. Der erste Versuch schien mir ermutigend. Malen kann eine neue Sichtweise von Höhle eröffnen, die über die fotografische Dokumentation noch hinausgeht. Insbesondere dann ist Malen interessant, wenn es die ebene des Gegenständlichen verlässt und Stimmungen, Gefühle, Eindrücke wiedergibt. 
 

Dies versuche ich in meinen Bildern, die fast nie gegenständlich sind.

 

Sie sollen vielmehr die Stimmung, die Charakteristik des Ortes wiedergeben. Als Technik verwende ich dabei ausschließlich Aquarell, denn die Aquarelltechnik ermöglicht durch die Transparenz der Farben und die Auflösung der Formen besonders gut die Darstellung von Stimmungen und Gefühlen. 

Dazu kommt die besondere Rolle des Wassers bei dieser Technik, so dass sie mir für die Höhle prädestiniert erscheint. Zusätzlich wird gelegentlich Kohle als zeichnerisches Element verwendet. Kohle erlaubt nur relativ grobe, kräftige Skizzen, die dem Charakter vieler Höhlen entgegenkommen.  Als letztes Element versuche ich, in möglichst alle Bilder etwas aus der Höhle direkt einzubinden, in der Regel Wasser, Lehm, Sand, Sedimente, bei Quellen auch Blätter o.ä. Dabei ist es mir wichtig, daß der Charakter des Ortes direkt umgesetzt wird. Alle Bilder sind daher vor Ort gemalt.

Die Höhlenbilder sind dabei ausschließlich im Inneren der entsprechenden Höhle entstanden, oft in der absoluten Dunkelheit unter Benutzung von Karbid- oder Elektrolicht. Teilweise lagen die Malorte weit im Inneren des Objektes. Es entstehen dann nicht unerhebliche Transportprobleme des Materials und des fertigen Bildes. In entsprechenden Behältnissen wird das fertige Blatt berührungsfrei transportiert, was natürlich ein zusätzliches Handicap bei der Befahrung darstellt.

 

Das größte Problem stellt die Feuchtigkeit in der Höhle dar. Ein nasses Blatt trocknet nicht mehr, so dass manche Techniken der Aquarellmalerei wie der wiederholte Farbauftrag auf die selbe Stelle in der Höhle nicht möglich sind. In sehr nassen Höhlen muß in einem Zug sehr schnell gemalt werden.
 

Das Ergebnis ist erst später im Tageslicht genau zu beurteilen, das Kunstlicht in der Höhle verändert manchmal die Farben so, daß die Gesamtwirkung nur grob abgeschätzt werden kann.

 

So ist jedes Bild nicht nur ein Unikat, sondern auch ein spannendes Wagnis. 

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